Weiterentwicklung einer emissionsfreien Schlichte zur Reduktion des Gussfehlers „weißer Belag“

Dr.-Ing. Ekaterina Potaturina
Hüttenes-Albertus Chemische Werke GmbH

Der Gussfehler „weißer Belag“ ist schon seit Jahren in der Gießereiwelt bekannt. Es handelt sich um eine Formstoff-Schlichte-Schmelze Reaktion, die nach Entfernung der Reaktionsschicht eine narbige bzw. löchrige Gussoberfläche hinterlässt. Meistens entsteht der Gussfehler bei schweren Grau- und Sphäro-Gussteilen mit einer Wandstärke von mehr als 100 mm. Diese auffälligen Gussoberflächen müssen im Nachgang geschliffen und gespachtelt werden, woraus ein hoher Kosten- und Zeitaufwand resultiert.
Zahlreiche wissenschaftlichen Arbeiten über den Entstehungsmechanismus bis hin zur Lösung des Problems wurden bereits geschrieben und veröffentlicht. Die HA-Group hatte bereits vor einigen Jahren ein Produkt zur Marktreife gebracht, welches jedoch zum damaligen Zeitpunkt noch lösemittelbasiert war und bei seinem Einsatz die entsprechenden Vorkehrungen bzgl. des Mitarbeiterschutzes erforderlich machte. Das Ziel war, dieses Produkt in Bezug auf Emissionsreduktion und Mitarbeiterschutz weiterzuentwickeln und hier eine Lösung für den Kunden zu erarbeiten. Auf diesem Wege entstand die nun wasserbasierende Schlichte Durosol 9259.
Die Großgussgießereien produzieren hochbeanspruchte Gussteile mit Stückgewichten von mehr als 15t im Bereich Energietechnik, Windkraft, Pressenbau und allgemeinen Maschinenbau und ist sich ihrer Rolle als Lieferanten für qualitativ hochwertige Produkte bewusst. Aufgrund der Gussteilgröße ist der beschriebene Gussfehler „weißer Belag“ dort auch bekannt und es wird versucht, dem Problem entgegenzuwirken. Seit einiger Zeit wird das Produkt Durosol 9259 erfolgreich eingesetzt und ist mittlerweile in der Lage, die Fehlererscheinung entsprechend zu reduzieren. Die vollzogenen Entwicklungsschritte und die Erarbeitung von praktikablen Lösungseinsätzen, um den Gussfehler „weißer Belag“ zu unterdrücken, möchten wir in diesem Vortrag gerne vorstellen.